Neuer Fachschaftsrat gewählt

Am Montag, dem 13. Februar 2017, wählte das Fachschaftsparlament in seiner konstituierenden Sitzung den neuen Fachschaftsrat. Er besteht in dieser Amtszeit aus zehn gewählten Mitgliedern und vertritt alle Studierenden der Wirtschaftswissenschaften der Universität Göttingen.

 

An dieser Stelle möchten wir uns nochmals für die hervorragende Arbeit des Fachschaftsrats im letzten Jahr bedanken und wünschen dem neuen Fachschaftsrat viel Erfolg.

 

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Interview mit Prof. Dr. Kis-Katos

Zum Wintersemester hat Professorin Krisztina Kis-Katos die Nachfolge von Prof. Ohr angetreten. Zu diesem Anlass traf sich der Fachschaftsrat mit ihr zum Begrüßungsinterview.

Neben der Uni Göttingen gab es auch einen Ruf aus Jena. Warum haben Sie sich für Göttingen entschieden?

Ich bin sehr froh, in Göttingen zu sein und habe mich bewusst für diese Uni entschieden. Die Universität bietet viele Vorteile für Volkswirte. Ich kann an vorhandenes Wissen anknüpfen und man ist sehr gut vernetzt.

Welche Eindrücke konnten Sie bereits von der Stadt und der Universität sammeln?

Ich bin erst vor ein paar Wochen hergezogen und muss die Stadt noch kennenlernen. Das was ich bis jetzt gesehen habe, finde ich allerdings sehr schön! Ich lerne langsam meine neuen Kollegen und die Doktoranden kennen.

Woran haben Sie in Freiburg/Dortmund gearbeitet und was wird Sie künftig in Göttingen beschäftigen?

Der Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftspolitik passt überraschend gut zu meinen Themen. Ich habe zu den verschiedensten Themen gearbeitet wie z.B. Terrorismus, Regenwaldabholzung und Entwicklung und war sehr aktiv im Bereich „Data crunching“.

Was für neue Seminare und Vorlesungen werden Sie anbieten? Wird es einen Bezug zu Ihrer Forschung geben?

Ich lerne sehr viel aus meiner Lehre und praktiziere viel und gerne Projektarbeit mit Studierenden. Im Sommersemester habe ich in Dortmund ein Projekt mit Masterstudenten zum Thema „Segregation in Städten“ durchgeführt. Das bedeutet konkret, dass wir untersucht haben, welchen Einfluss der Wohnort innerhalb einer Stadt auf die Bildung hat. Die Studierenden hatten dort die Möglichkeit, selbst Daten aufzubereiten und auszuwerten. So führt man sie schrittweise an wissenschaftliches Arbeiten heran. Ich werde diesen Winter in Göttingen eine Vorlesung und Datenübung zu Regionalökonomik anbieten, in denen es um eine Analyse von Stadtentwicklung mit Hilfe von Daten gehen wird. Die Prüfungsleistung möchte ich in Form einer schriftlichen Analyse zu einem Thema aus der Vorlesung gestalten.

Ein Modul wird Makro sein. Könnten Sie sich vorstellen ein gemeinsames Skript mit Ihren Kollegen zu erarbeiten?

Tatsächlich habe ich überlegt, wie ich meine Vorlesung gestalten möchte. Dass verschiedene Professoren leicht verschiedene Schwerpunkte setzen, ist sicherlich nicht ganz zu vermeiden, wobei Makroökonomik immer dieselbe bleibt. Meiner Meinung nach lässt zuviel Text auf den Folien die Studierenden einschlafen. Ich persönlich finde interaktive Lehre sehr wichtig und werde versuchen, Möglichkeiten zur Selbstkontrolle in Stud.IP zu schaffen. Ein gemeinsames Skript zu erstellen hängt meiner Meinung nach von vielen verschiedenen Faktoren ab, da jeder Professor seine Vorlesungen anders gestaltet.

Bei Göttinger Studierenden ebenfalls beliebt sind Aufzeichnungen und Altklausuren. Werden Sie diese den Studierenden zur Verfügung stellen?

Altklausuren kann ich natürlich keine bieten, aber wir haben uns überlegt, im Laufe des Semesters einige Selbsttests zur individuellen Lernkontrolle online anzubieten. Aber wenn jemand die Übungsaufgaben gut lösen kann, ist der Großteil der Klausurvorbereitung schon geleistet. Folien und Ton aus Makro 1 werden auch aufgezeichnet und im Stud.IP hochgeladen. Meine Seminare werde ich etwas anders gestalten. Die Studierenden sollen sich zunächst mit der Struktur ihrer Seminarabeit beschäftigen und diese nach 5 Wochen vorstellen, im Anschluss wird mit dem Schreiben der Seminararbeit begonnen. So möchte ich bewirken, dass die Studierenden sich intensiv mit ihrer Thematik und Gliederung der Seminararbeit auseinandersetzen. Außerdem kann so das Präsentieren einer wissenschaftlichen Arbeit geübt werden und man bekommt Feedback vom Dozenten und der Gruppe. Zusätzlich wird es Schreib- und Präsentationstraining vor der Abgabe bzw. Präsentation der Seminararbeit geben.

Wir danken für das nette Interview und wünschen einen guten Start.

 

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Interview mit Prof. Dr. Ohr

Der FSR Wiwi hat ein Abschiedsinterview mit Frau Prof. Dr. Ohr geführt, da sie im kommenden Semester in den Ruhestand gehen wird.

 

Wie kamen Sie nach Göttingen?

Ich habe in Mainz studiert und direkt nach meinem Examen eine HiWi-Stelle in Köln bekommen. Danach habe ich in Essen promoviert, anschließend in Bochum habilitiert, und nachdem ich in Kiel eine Lehrstuhlvertretung übernommen hatte, bekam ich meinen ersten „richtigen“ Ruf an die Universität Stuttgart-Hohenheim. Die Professur und die Universität haben mir sehr gut gefallen, allerdings war Süddeutschland nicht mein Ding und so zog es mich nach einiger Zeit wieder in den Norden. Ich habe mich an mehreren Universitäten, unter anderem auch Göttingen, beworben. Göttingen kannte ich zuvor nicht, aber als ich herkam, habe ich mich auf Anhieb sehr wohlgefühlt.

Was waren Ihre Schwerpunkte hinsichtlich Ihrer Forschungsarbeit?

Schon in meinem Studium lag mein Fokus auf internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Promotion und Habilitation befassten sich mit Themen der monetären Außenwirtschaftstheorie. In Hohenheim hatte ich dann einen Lehrstuhl für Außenwirtschaft, der sowohl Theorie als auch Politik der internationalen Wirtschaftsbeziehungen umfasste. Dort bin ich dann auch zum Thema Europa gekommen und habe europäische Wirtschaftsbeziehungen zu meinem Schwerpunkt gemacht. Zu dieser Zeit hat sich in diesem Bereich viel getan, insb. als der Euro eingeführt wurde. Allerdings gab es damals – und leider auch heute – nicht viele Professoren, die ihren Schwerpunkt auf Europäische Integration gelegt haben. Das ist schade, denn meine Europa-Vorlesungen waren immer gut besucht, d.h., das Interesse auf Seite der Studierenden ist durchaus vorhanden.

Wie stehen Sie zur aktuellen Europolitik?

Ich hatte ja relativ früh Kritik bezüglich des Euro geäußert. Traurigerweise hat sich diese Kritik bestätigt und ich bin der Meinung, dass die Eurokrise noch nicht abgeschlossen ist. Was ich momentan aber als sehr viel dramatischer erachte, ist die Möglichkeit eines „Brexits“. Sollte dies geschehen, bekommen wir wirklich Probleme innerhalb der Europäischen Union. Die Probleme der Eurozone sind im Übrigen mit ein Grund für die Kritik der Briten an der EU, denn mittlerweile haben die Mitglieder der Eurozone die Stimmenmehrheit, d.h. sie könnten für die gesamte EU Dinge beschließen, die auch die Nicht-Euro-Länder betreffen würden. Davor haben die Briten Angst, denn die Entscheidungen in der Eurozone sind ja durchaus diskussionswürdig.

Was haben Sie über Ihre Arbeit hinaus an der Fakultät gemacht?

In den ersten 10 Jahren war ich Direktorin des cege. Wir haben damals u.a. eine Reihe von auch in der überregionalen Presse wahrgenommenen wissenschaftlichen Tagungen organisiert. Darüber hinaus bin ich nach wie vor für den Bachelor- und Masterstudiengang der VWL zuständig, war auch viele Jahre Departmentsprecherin. Seit 10 Semestern bin ich Prüfungsausschussvorsitzende. Das vor allem ist ein Amt, das ich sehr gerne ausgeübt habe.

Was würden Sie als ihren tollsten Erfolg in Göttingen bezeichnen?

In jüngerer Zeit ist sicherlich meine „Heimtierstudie“ als Erfolg bezeichnen. Sie hat für großes öffentliches Aufsehen gesorgt, weil es eine solche Studie (zur wirtschaftlichen Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland) vorher noch nicht gab. Die Arbeit an ihr hat mir zudem sehr viel Spaß gemacht, weil ich dort Hobby und Beruf verbinden konnte. Ein gewisser „Erfolg“ war auch, dass es mir gelungen ist, hier – wie auch an allen anderen Unis, an denen ich tätig war – meinen jeweiligen Hund (hier in Göttingen erst Justus, dann Nicos) mit ins Büro zu bringen, was das Arbeitsklima und auch das Verhältnis zu den Studierenden sehr positiv beeinflusst hat..

Was machen Sie nach der Uni?

Ich werde mich definitiv nicht mehr so viel mit Ökonomie befassen. Es war nämlich nicht so, dass ich von Anfang an in diese Richtung gehen wollte. Dass ich angefangen habe, VWL zu studieren, war eher durch das Ausschlussprinzip bedingt als durch ein ausgeprägtes Interesse an ökonomischen Fragestellungen. Ich hatte viele Interessen und konnte mir die verschiedensten Studienrichtungen vorstellen. Mich haben Sprachen interessiert, aber Lehrer wollte ich nicht werden und Dolmetscher war für mich auch keine Option. Literatur hat mich auch interessiert, aber ich hatte keine Lust, ein Leben lang in einer Bibliothek zu sitzen. Jura wollte ich nicht studieren, da mein Vater Jurist war und ich mir nicht reinreden lassen wollte. So kam ich letztendlich zur VWL. Nun aber werde ich vieles nachholen: Ich möchte Schöffe werden und ein Buch über den Auerbachs Kinderkalender schreiben, welches nichts mit Ökonomie zu tun hat.

Wie sind Sie zu ihrem Auftritt bei Planet Wissen Anfang März gekommen?

Ich wurde auf Grund meiner Heimtierstudie eingeladen. Sie wollten eine Sendung über Heimtiere machen und sind bei der Recherche darauf gestoßen. Diese Sendung hat mir übrigens mehr Spaß gemacht als die Talkrunden und Podiumsdiskussionen, zu denen ich zum Thema Euro oft eingeladen wurde.

Also machen ihnen Podiumsdiskussionen keinen Spaß mehr?

Mittlerweile mache ich das nicht mehr, weil ich die Illusion verloren habe, die Zuschauer auf diesem Weg noch beeinflussen zu können oder wirklich Argumente an sie herantragen zu können.

Werden wir Sie weiterhin auf dem Campus sehen?

Ja, ich werde am Anfang auf jeden Fall noch eine Veranstaltung pro Semester halten. Im Wintersemester werde ich eine VWL-Vorlesung als Schlüsselqualifikation für andere Studiengänge anbieten. Das habe ich letztes Semester zum ersten Mal gemacht und das kam sehr gut an. Im Sommersemester wird es wahrscheinlich ein Master-Seminar für Studierende unserer Fakultät sein. Darüber hinaus werde ich auch nach wie vor den einen oder anderen Artikel verfassen oder Vorträge halten. Aber ich werde auch selbst vielleicht als Zuhörer in der einen oder anderen Vorlesung auftauchen, allerdings nicht an unserer Fakultät.

Generell muss man sich aber fragen, was gesellschaftlich wirklich wertvoll ist. Manchmal erscheint es mir gesellschaftlich gesehen sinnvoller, sich in einem Hospiz ehrenamtlich zu engagieren oder (mit oder ohne Hund) Bewohner eines Pflegeheims zu besuchen und zu betreuen oder ähnliches. Da gibt es genügend Bedarf und Möglichkeiten für alle, die auch im Ruhestand noch etwas Positives bewirken wollen!

Sie wollen also voll weiter machen?

Ja schon, nur mit anderen Schwerpunkten. Ich habe viele Pläne, von denen ich natürlich nicht weiß, ob ich das dann auch alles so umsetzen kann und werde. Aber deswegen gehe ich ja schon früher, mit 63, damit ich noch fit bin und vieles machen kann. Ich habe recht früh angefangen und deswegen gönne ich mir das auch, etwas früher zu gehen. Ich darf dann natürlich nicht in den Veranstaltungen gegen die Rente mit 63 wettern. J

Dann gibt es also Unterschiede in der ökonomischen Beurteilung von Sachverhalten?

Es ist ja oft so, dass man zwar weiß, was gesamtwirtschaftlich gut und richtig wäre und doch ist das individuelle Verhalten anders. Als Ökonom weiß man z.B. auch, dass der Staat oft ein ineffizientes Ausgabengebaren hat. Aber an der Uni wird das auch von uns Ökonomen genauso gemacht. Wir bekommen aktuell relativ viel Geld vom Land ohne optimale eigene Verwendungsmöglichkeiten. Eigentlich wäre es besser, wenn es an anderen Stellen ausgegeben werden könnte, wo es dringender gebraucht wird (z.B. auch außerhalb der Uni). Aber dies geschieht nicht, jeder will ja „sein“ Geld behalten. Andererseits gibt es aber natürlich auch positive Beispiele der Verwendung zeitweilig hoher Geldzuflüsse. Z.B. das LSG: Ich hätte beim Bau des Gebäudes nie gedacht, dass das so gut angenommen wird. Hatte stattdessen befürchtet, hier werden auch wieder nur öffentliche Gelder verschwendet. Aber stattdessen ist dieses Gebäude wirklich produktivitätssteigernd.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Sie im Ruhestand keine Ruhe haben werden. Sie werden als Schöffe arbeiten, sich sozial im Hospiz oder Altenheim engagieren, ein Buch schreiben und von Zeit zu Zeit eine Vorlesung halten und andere Vorlesungen besuchen…

Frau Ohr: Ja genau, und viel, viel Zeit mit Spaziergängen mit meinem Hund Nicos oder seinem Nachfolger verbringen, Familie und Freunde häufiger treffen, Hobbies wie Skat und Tischtennis pflegen, und viel lesen; ich lese sehr gerne, auch Thriller und nicht nur das typische „gute“ Buch. Außerdem glaube ich, dass ich mich viel freier fühlen werde. Ich werde weniger Termindruck haben und mir meine Termine eher selbst setzen können. Man hat zwar als Professor auch so schon den Vorteil, sich die Arbeit selbst einteilen zu können, allerdings immer mit dem Gefühl, nie fertig zu sein, immer auch am Wochenende etwas tun zu müssen. Und diesen Druck nicht mehr zu haben, werde ich sehr genießen.

Zusatzfrage: Wie betrachten Sie die Entwicklung der Promotionsverfahren?

Das gefällt mich nicht so gut. Früher wurde ausschließlich mit einem Buch promoviert und heute mehrheitlich kumuliert – über drei oder vier Paper. Meiner Meinung nach waren die Bücher anspruchsvoller und tiefergehend. Die Paper sind meistens empirisch, mit deutlich knapperer theoretischer Fundierung. Empirische Untersuchungen zu denselben Fragestellungen haben aber oft eine große Varianz in den Ergebnissen, so dass daraus ableitbare wirtschaftspolitische Empfehlungen eher willkürlich erscheinen. Allerdings empfehle ich den eigenen Promivierenden am Lehrstuhl trotzdem mittlerweile auch die kumulierte Promotion über mehrere Artikel, weil Journalartikel heutzutage das einzige sind, was zählt. Dass generell alles (auch in Berufungsverfahren) nur noch nach Anzahl und Rang von Journalbeiträgen bewertet wird, und da man – um in hochrangige Journals hinein zu kommen – möglichst Mainstream produzieren und das heißt empirisch arbeiten muss, führt dazu, dass immer weniger anwendungsorientiert publiziert wird. Wer also tatsächlich vor allem konkrete Politikempfehlungen ableiten möchte, kommt kaum in die Journals rein. Umgekehrt: Wer in der Wissenschaft Karriere machen will, muss etwas machen, was unter Umständen in der Tagespolitik nicht umsetzbar ist, was für ein gesellschaftswissenschaftliches Fach schade ist.

Aber andererseits, wenn man ehrlich ist, sagen die Älteren immer, dass früher alles besser war, sodass ich mich da mittlerweile aus dieser Diskussion komplett heraus halte. [lacht] Und die jeweilige neue Generation kommt mit ihrer eigenen Art und Weise klar und dabei kommt auch etwas Gutes heraus. Ich bin mit dem alten Weg der Promotion aufgewachsen und den finde ich gut, die heutige Generation kennt eher den neuen Weg und findet ihn gut, und dadurch ist dies zur Zeit ja auch das, was vom (Wissenschafts-)Markt verlangt wird.

Darüber hinaus gibt es aber ja auch immer diese Wellenbewegungen in der Gesellschaft, der Politik und der Wirtschaft, d.h. viele Entwicklungen wiederholen sich und entsprechend passen sich dann auch wieder die Vorstellungen an. Zum Beispiel die Diskussion über feste und flexible Wechselkurse. Diese gab es schon während meiner Studienzeit und sie kam zur Einführung des Euro wieder auf; dabei wurden dieselben Argumente für und wider gebracht und dieselben Fehler gemacht. Betrachtet man aber nun aktuelle wirtschaftswissenschaftliche Artikel, so beziehen sich diese häufig nur auf andere (aktuelle) Quellen, welcher vielleicht nur eine „Halbwertszeit“ von ein bis zwei Jahren haben, da sie empirisch sind und dann die Daten veraltet sind. Früher dagegen konnte man einen wissenschaftlichen Artikel über Jahrzehnte verwenden, weil er eine inhaltliche qualitative Aussage hatte, und nach Jahrzehnten immer noch relevant war und immer noch gelesen wurde, das fehlt einfach in der heutigen Zeit. Damit verbunden ist, dass viele junge Leute gar nicht um ältere Literatur wissen, in welcher viele ökonomische Probleme von heute schon sehr anschaulich, verständlich und auch differenziert betrachtet wurden. Stattdessen schauen sie nur auf die aktuellsten Quellen und erfinden dann das Rad neu, dabei gab es viele Überlegungen und Diskussionen schon vor 30 oder 40 Jahren…

 

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Interview: Jan Christian Schinke

Vergangene Woche traf sich der FSR mit Jan Christian Schinke, dem Studienberater Ausland und stellte ihm ein Fragen rund ums Thema Studieren im Ausland.

 

1) Was für Austauschprogramme gibt es grundsätzlich an unserer Fakultät?

Grundsätzlich gibt es 3 „Säulen“. Die erste ist die die europäische Säule, also das ERASMUS-Programm. Dort existieren zwei Programme für die VWL und die BWL, man ist als Studierender aber nicht auf seinen Studiengang festgelegt, sondern kann auch über das andere Programm ins Ausland gehen. Die Auswahl muss natürlich fachlich passen. Die zweite Säule symbolisiert durch eigene Verträge geregelte Programme der Fakultät, hier werden u. a. Unis in den USA, Südafrika (Stellenbosch), Indonesien, Australien, Russland, kurz: Über Europa hinaus angeboten. Die dritte Säule stellt Programme dar, die uniweit von Studium International angeboten und administriert werden. Diese sind für Studierende aller Fachrichtungen offen. Die WiWi Fakultät übernimmt in dem Fall die Evaluierung der Bewerber und später die fachliche Betreuung und Anerkennung. 

 

2) Für was bist Du zuständig und was fällt in den Aufgabenbereich der Lehrstühle?

Aktuell bin ich noch „Studienberater Ausland“, demnächst besetze ich die neu geschaffene Stelle „Koordinator für Internationales und Auslandsstudienberater“, in deren Zuständigkeitsbereich dann auch das internationale Marketing fällt. Das heißt: Bestehende Partnerschaften vertiefen und neue Partnerschaften aufbauen, da Programme natürlich auch immer in beide Richtungen laufen und Partnerschaften gepflegt werden müssen. Die Auslandsstudienberatung und Anerkennung wird dann voraussichtlich eine weitere Person verstärkt. Die Lehrstühle wiederum haben keinen direkten Einfluss auf den Prozess, alles läuft zentralisiert im Service Center Auslandsstudienberatung ab. Die Professoren entscheiden aber nachher über die Anerkennung. Außerdem können Lehrstühle über ihre Kontakte zu ausländischen Kollegen natürlich auch gewährleisten, dass Programme überhaupt zustande kommen und Partnerschaften aufrechterhalten werden. So entsteht neben dem Forschungsaustausch auch der Studienaustausch. Ihre wichtigste Aufgabe ist also, darauf zu achten, dass Programme aktiv und in alle Richtungen laufen. 

 

3) Welches ist das häufigste Problem, wenn Studierende einen Auslandsaufenthalt planen wollen?

Es gibt nicht DAS typische Problem, es ist eher so, dass verschiedene Länder mit speziellen Herausforderungen aufwarten, mit denen verschiedene Studierende wiederum unterschiedlich umgehen können. Wer gut vorbereitet ist, plant wachsam seinen Aufenthalt und minimiert somit das spätere Risiko, enttäuscht zu werden. Stolpersteine können natürlich immer und überall im Weg liegen. Wichtig ist, dass man Selbstvertrauen hat und zunächst einmal seinen eigenen Studiengang sehr gut kennt. Wer sich mit der Göttinger Studienordnung gut auskennt, weiß besser, was man im Ausland machen kann und was nicht. Wenn die Studierenden also wissen, welches Gebiet man hier inhaltlich schon belegt hat und welche man noch belegen muss, kann man besser Überschneidungen und somit Schwierigkeiten bei der Anrechnung vermeiden. Das sind Probleme, die eigentlich nicht sein müssten. Ein weiteres Problem sehe ich darin, dass manche Studierende schnell panisch werden, wenn die vorherige Modulplanung nicht 1:1 mit dem vor Ort Angebotenen zusammenpasst. Weil unsere Studiengänge sehr offen gestaltet sind sind ist es wichtig, dass Studierende darauf vertrauen, dass sie Module belegen, die fachlich zum Studiengang passen und sachlich verwandt sind. Dann kann auch fast immer die Anerkennung durchgeführt werden. Es kommt dabei darauf an, immer in Kontakt mit uns zu bleiben, bzw. diesen rechtzeitig aufzunehmen, um Unsicherheiten zu klären. 

 

4) Wo liegt das größte Verbesserungspotential im ganzen Prozess?

Tatsächlich ist es aus meiner Sicht die Vorbereitung. Ich möchte nicht alles auf die Studierenden abwälzen, aber wir stellen vorab bereits eine ganze Reihe von Informationen zur Verfügung. Wer sich damit vorbereitet und sich im Klaren ist, was die eigenen Erwartungen an den Auslandsaufenthalt sind, kann dann auch viel klarer formulieren, was noch fehlt. Wir können die Studierenden auf dieser Basis dann unterstützen. Das geht nur, wenn allen klar ist, was eigentlich die Frage ist. Wir bekommen oft diffuse Fragen, bei denen das nicht deutlich wird. Der Einstieg in das Thema Auslandssemester fällt dann sehr schwer, wenn wir nur sehr vereinfacht auf ein Land angesprochen werden. Es ist uns also wichtig, dass vor allem gezielte Fragen gestellt werden. Jeder sollte sich darüber im Klaren sein, zu wissen, was die eigenen Wünsche sind. Man kann unser Angebot mit einem Supermarkt vergleichen: Wir haben viele verschiedene Zutaten, die der Studierende sich zusammenstellen kann, je nachdem was man möchte, um z. B. einen Kuchen zu backen. So ist es auch bei uns: Wir bieten die Bausteine an, also dass man zunächst eine Partneruniversität auswählt, dann ein Learning Agreement erstellt und später die Anerkennungen -so müssen die Studierenden dann die Teile zusammensetzen. In diesem Prozess können sie natürlich Hilfe bekommen, dürfen aber nicht erwarten, dass man bei uns fertige Lösungen präsentiert bekommt, sondern diese vielmehr gemeinsam erarbeitet. Jede Anerkennung kann nur so gut bearbeitet werden, wie auch die Informationen vorliegen – falls etwas fehlt, muss man gucken, was genau fehlt und wie man es beheben kann. Hier ist mir offene Kommunikation mit den Studierenden wichtig. Ich hoffe dass da noch stärker die Angstschwellen abgebaut werden. Manche kommen zu mir mit der Sorge, schon alles komplett fertig ausgearbeitet haben zu müssen. Das ist auf keinen Fall so! Wichtig ist mir, dass jeder ehrlich sagt: Wie ist der momentane Stand und welche Lücken gibt es noch? Dann können wir gemeinsam die Herausforderung angehen, diese Probleme zu lösen. 

 

5) Was würdest Du dir von zukünftigen Interessenten wünschen und ihnen mit auf den Weg geben?

Jeder Studierende sollte sich darüber im Klaren sein, was er sich unter seinem Auslandsaufenthalt vorstellt. Soll heißen: Möchte der Studierende eine neue Sprache lernen und eine Kultur entdecken oder möchte derjenige Module in seiner jeweiligen Vertiefung belegen? Das sollte sich jeder überlegen bevor er zu mir kommt. Manch einer hat eine klare Vorstellung dass er später in einer speziellen Institution arbeiten möchte. Ein gutes Gespräch sollte so sein, dass ich möglichst wenig rede und der Studierende soll in diesem Gespräch herausfinden was er möchte und ich gebe die entscheidenden Impulse um ihn in die richtige Richtung zu lenken.

 

6) Fühlst Du dich manchmal von Studierenden ungerecht behandelt?

Das kann ich so nicht sagen. Studierende, die sich beschweren haben meist einen Anlass. Es ist immer so, dass dies keinen persönlichen Angriff auf mich darstellen soll. Die Studierenden überschätzen schlichtweg meine Entscheidungsbefugnisse. Ich bin ein Berater, eine Art Kompass, der versucht Studierende zu begleiten und zu beraten. Was viele nicht wissen, ist dass ich selbst keine Anerkennungen durchführe. Ich sorge dafür, dass die Unterlagen vollständig sind und die Professoren auf einen Blick alles vorliegen haben. Ich entscheide also nichts willkürlich, sondern agiere im Rahmen der notwendigen Anerkennungsprozesse. 

 

7) Wie schätzt du die Chancen ein, dass sich die zukünftigen Anerkennungsprozesse an unserer Universität verbessern?

Ich sehe dort keine Probleme, muss ich gestehen. Es fehlt meistens an Informationsaufnahme bei den Studierenden. Viele meinen, wir müssen Module aus dem Ausland 1:1 anerkennen und in unseren Modulkatalog aufnehmen – dem ist aber nicht so. Wir arbeiten momentan an einer Art Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Thema Anerkennung zu jedem unserer wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge. Außerdem wäre es klasse, wenn Studierende die im Ausland waren, den Prozess für die nachfolgende Generation durch Wissensweitergabe und Unterstützung erheblich erleichtern würden.

 

 

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Fahrt zur Akademika

Ihr seid kurz vor dem Ende des Studiums? Wisst noch nicht so recht wie es jetzt weitergehen soll? Oder Ihr habt einfach mal Lust ein wenig Praxiserfahrung zu sammeln?

Dann haben wir da ein Angebot für Euch:
Am 9. Juni 2016 habt Ihr die Möglichkeit, kostenlos mit uns zur Akademika nach Nürberg zu fahren!

 

Die Akademika ist eine der größten und wichtigsten Jobmessen, die den Schwerpunkt auf

Wirtschaftswissenschaften, Informatik und Ingenieurwesen legt. Lasst Euch diese Chance nicht entgehen, potenzielle Arbeit- oder Praktikumsgeber persönlich von Euch zu überzeugen. Außerdem gibt es dort auch Bewerbungstrainings z. B. für Bewerbungsmappen. Weitere Informationen zu den Angeboten der Akademika findet Ihr unter www.akademika.de .

 

Meldet Euch so schnell wie möglich an, da wir nur begrenzte Anzahl an Personen mitnehmen können.

Also hopp hopp, hier gibt's die finalen Details und das Anmeldeformular!

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